Mit dem neuen Mietenspiegel 2026 steigt die durchschnittliche Nettokaltmiete in Nürnberg auf 10,33 Euro je Quadratmeter. Gegenüber der letzten Fortschreibung entspricht das einem Anstieg von 5,4 Prozent. Wer jedoch nur auf diesen Durchschnittswert schaut, übersieht die eigentliche Entwicklung.
Auffällig ist vor allem die unterschiedliche Dynamik innerhalb des Wohnungsmarktes. Während Wohnungen mit rund 30 Quadratmetern um etwa acht Prozent zulegen, steigen die Mieten bei Wohnungen ab 90 Quadratmetern um weniger als zwei Prozent. Der neue Mietenspiegel bestätigt damit einen Trend, der sich bereits seit einiger Zeit im Nürnberger Wohnungsmarkt beobachten lässt: Die Nachfrage konzentriert sich zunehmend auf bestimmte Wohnungsgrößen und Marktsegmente.
Der qualifizierte Mietenspiegel basiert auf einer repräsentativen Erhebung tatsächlich vereinbarter Mieten und dient nach § 558d BGB als Grundlage für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete. Für Vermieter und Mieter ist er damit eine wichtige Orientierung. Für die Bewertung einer konkreten Immobilie reicht der Durchschnittswert allein jedoch nicht aus.
Kleine Wohnungen bleiben das knappste Marktsegment
Die stärksten Mietsteigerungen entfallen erneut auf kleinere Wohnungen. Nach den Zahlen des neuen Mietenspiegels legten Wohnungen mit rund 30 Quadratmetern innerhalb von zwei Jahren um rund acht Prozent zu.
Diese Entwicklung deckt sich mit unserer täglichen Vermietungspraxis. Besonders in Stadtteilen wie St. Johannis, Maxfeld, Wöhrd, Schoppershof oder Veilhof beobachten wir seit Jahren eine konstant hohe Nachfrage nach kleineren Wohnungen. Gut geschnittene und gepflegte Objekte finden häufig innerhalb kurzer Zeit einen neuen Mieter.
Größere Wohnungen entwickeln sich deutlich moderater
Anders stellt sich die Situation bei größeren Wohnungen dar. Laut Mietenspiegel stiegen die Mieten bei Wohnungen ab 90 Quadratmetern innerhalb von zwei Jahren um weniger als zwei Prozent.
Eine eindeutige Ursache lässt sich daraus zwar nicht ableiten. Aus unserer Sicht zeigt sich jedoch, dass Interessenten in diesem Marktsegment heute deutlich differenzierter entscheiden. Neben der Kaltmiete spielen Energiekosten, Nebenkosten, Grundriss und der allgemeine Zustand der Immobilie eine wesentlich größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig ist die Zielgruppe größerer Wohnungen naturgemäß kleiner, wodurch sich Mietpreissteigerungen langsamer durchsetzen.
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Über den Autor
Stefan Sagraloff ist Inhaber von IMMOPARTNER Stefan Sagraloff e. K. und seit 2003 als Immobilienmakler in Nürnberg und der Metropolregion
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